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Alice im Wunderland nur ein Plagiat? – Tom Hood

Lewis Carroll und seine Geschichte um „Alice im Wunderland“ kennt wohl jeder, auch wenn keiner sie wirklich nacherzählen kann. Die Geschichte „Von Nirgendwo bis zum Nordpol“ hingegen kennt kaum jemand. Autor dieser Geschichte ist Tom Hood, ein englischer Humorist, Gedichteschreiber, Illustrator und Dramatiker, der 1835 geboren wurde. Seine Geschichte ähnelte der von Lewis Carroll dermaßen, dass es vor über 130 Jahren arge Zweifel gab, ob Lewis Carroll sich die Abenteuer der Alice selber ausgedacht hat.

Tom_Hood

Tom Hood

Doch beginnen wir am Anfang. Das Schreiben wurde Tom Hood quasi in die Wiege gelegt, denn sein Vater war der berühmte Poet „Thomas Hood“. Und wie sich das für einen Künstler gehört, startete er voller Elan ins Studium, bestand alle Prüfungen, die er brauchte, und brach es dann ab. Er schrieb lieber Bücher und Gedichte:

  • Farewell to the Swallows (1853)
  • Pen and Pencil Pictures (1854)
  • Quips and Cranks (1861)
  • Daughters of King Daher (1861)
  • Loves of Tom Tucker and Little Bo-Peep (Rhyming Rigmarole, 1861)
  • A Disputed Inheritance (1863)
  • Vere Vereker’s Vengeance (1864)
  • Jingles and Jokes for the Little Folks (1865)
  • Captain Masters’s Children (1865)
  • A Golden Heart (1867)
  • The Lost Link (1868)
  • Love and Valour (1872)

uvm.

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Außerdem verfasste er in Zusammenarbeit mit seiner Schwester (Frances Freeling Broderip ) einige Kinderbücher, er war Autor für die Liskeard Gazette, illustrierte die Gedichte seines Vaters und war Redakteur des „Fun“ – ein Comicmagazin, das unter Tom Hoods Leitung sehr bekannt wurde. Ja, kaum zu glauben, aber auch damals gab es schon Comics!

Mit der Zeit scharte er eine kleine Fun-Truppe um sich, bestehend aus vielen Autoren und Journalisten, die ihn in seinen Projekten – etwa Robinson Crusoe-Karikaturen – unterstützten. Mit dabei waren unter anderem Gilbert, H. J. Byron, H. S. Leigh, Arthur Sketchley und Thomas W. Robertson. 1867 veröffentlichte er das erste „Tom Hood`s Comic Annual“.

Nur einige Jahre später, am 20. November 1874,  starb Tom Hood unerwartet im Alter von nur 39 Jahren. Er wurde neben seiner Frau Susan, die bereits ein Jahr zuvor gestorben war, begraben. Sein Grab auf dem Nunhead Cemetery hat die Nummer 12168 Sq 59.

So, und was ist nun mit „Alice im Wunderland?

Dem Kritiker Edward Salmon fiel 1887 die Ähnlichkeit der beiden Geschichten „Alice im Wunderland” und „From Nowhere to the North Pole“ auf. Er schrieb:

Between Tom Hood and Mr. Lewis Carroll — to call Mr. D. C. Lutwidge by his famous nom de plume — there is more than a suspicion of resemblance in some particulars. Alice’s Adventures in Wonderland narrowly escapes challenging a comparison with From Nowhere to the North Pole. The idea of both is so similar that Mr. Carroll can hardly have been surprised if some people have believed he was inspired by Hood.

Carroll antwortete einen Monat später:

SIR, I find it stated, in an article on ‚Literature for the Little Ones,‘ in your October number, that my little book, ‚Alice’s Adventures in Wonderland,‘ first published in 1865, was probably suggested by the late Mr. T. Hood’s ‚From Nowhere to the North Pole‘ first published in 1864. May I mention, first, that I have never read Mr. Hood’s book; secondly, that I composed mine in the summer of 1862, and wrote it out, in the form lately published in facsimile, during 1863? Thus it will be seen that neither book could have been suggested by the other. As it is, in my view, and no doubt in that of many others of your readers, an act of dishonesty to imitate another man’s book without due acknowledgmentI trust to your sense of justice to allow this reply to the charge brought against me in the above-named article to appear in your forthcoming number.

Kurze Zeit später kam raus, dass man sich beim Erscheinungsdatum von Hoods Buch vertan hatte. Es war nicht – wie zuerst angenommen – 1864 erschienen, sondern 10 Jahre später. Es ist also viel wahrscheinlicher, dass Tom Hood abgeguckt hat. Hier kann man sich selber ein  Bild machen von „From Nowhere to the North Pole“ :

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